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Britische Jungferninseln — nicht nur für US-Touristen geeignet

Was haben Beef Island, Salt Island, Anegada, Cooper Island, Tortola und einige Dutzend weiterer Inseln in der Karibik gemeinsam? Sie bilden zusammen das britische Überseegebiet „Britische Jungferninseln“ (British Virgin Islands). Dessen Geschichte ist so bunt und teils so grausam wie die vieler Karibikinseln. Erst kamen die Spanier und rotteten den indigenen Stamm der Arawak aus. Die ersten europäischen Siedler auf den Inseln stammten aus den Niederlanden. Anschliessend eroberten die Briten die Eilande und brachten anschliessend Sklaven mit: etwa für die Arbeit auf Zuckerrohrplantagen. Die Nachkommen dieser Sklaven bilden bis heute den grössten Anteil der Bevölkerung auf den Britischen Jungferninseln. Wirtschaftlich sind die Inseln recht gut aufgestellt. Ihr Wirtschaftsleben ist eng verbunden mit dem der Amerikanischen Jungferninseln. Deutlich wird das auch an der Währung, Anders als vielleicht aufgrund des Namens erwartet, wird auf den Britischen Jungferninseln nicht mit dem Britischen Pfund, sondern mit dem US-Dollar bezahlt. Sehr bedeutende Einnahmequelle der Inseln ist der Tourismus. Vor allem Gäste aus den USA besuchen das britische Überseegebiet. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass Europäer nicht willkommen sind. Das ganz bestimmt nicht!

Geografisches
Wenn Sie von Puerto Rico aus etwa einhundert Kilometer übers Meer in Richtung Osten reisen, erreichen Sie die Britischen Jungferninseln. Viele von ihnen entstanden aufgrund von vulkanischen Aktivitäten und sind von Hügeln durchzogen. Eine Ausnahme bildet etwa die aus Korallen und Kalkstein bestehende Insel Anegada, die zweitgrösste der Britischen Jungferninseln. Die grösste der Inseln heisst Tortola. Hier liegt auch der Hauptort der Britischen Jungferninseln: Road Town mit seinen weniger als 10.000 Einwohnern. Auf Tortola befindet sich mit dem etwa 520 Meter hohen Mount Sage zugleich der höchste Punkt des Überseegebiets. Das tropisch feuchte Klima der Inseln präsentiert sich mit gemässigten warmen Temperaturen. Relativ trocken sind die meisten Inseln trotzdem. Wenn Flüsse existieren, trocknen sie oftmals im Sommer aus. Die Landwirtschaft besteht in erster Linie aus Viehzucht, da die Böden auf den Inseln zumeist für Ackerbau eher schlecht geeignet sind. Touristen sollten die Zeit zwischen Juli und Oktober meiden, in der Hurrikans die Britischen Jungferninseln treffen können.

Nationalparks
Den Angaben des offiziellen Tourismusportals zufolge existieren auf den Britischen Jungferninseln insgesamt 28 Nationalparks, zu denen Naturgebiete ebenso gehören wie Kulturdenkmäler. Die Bandbreite der natürlichen Landschaften reicht hier vom Marine-Nationalpark im Meer über Tropenwald und Vogelschutzgebiete bis zu Regionen mit steinig bizarren Formationen. Eines dieser Schutzgebiete ist beispielsweise das Höhlensystem „The Baths“ mit seinen Granitformationen und den natürlichen Wasserpools. Vogelfreunde sollten sich beispielsweise den Namen „Jost van Dyke – Diamond Cay“ merken. Kulturgüter, die den Status eines Nationalparks haben, sind etwa „The Copper Mine“, wo Relikte an die Zeit der Minenarbeiter auf der Insel Virgin Gorda erinnern, oder der Little Fort National Park, der aus Resten eines ehemaligen spanischen Forts besteht, das die Natur zu einem guten Teil zurückerobert hat. Ein besonders für Taucher interessanter Nationalpark ist der Rhone Marine Park. Bei der „Rhone“ handelt es sich um das Wrack des 1867 gesunkenen Dampfers Rhone.

Reisen in die Geschichte
Der Geschichte der Britischen Jungferninseln begegnet man etwa in ihres Hauptortes Road Town. Die Main Street zeigt sich mit Häusern im Kolonialstil. Vielleicht besuchen Sie Fort Burt und geniessen den sagenhaften Ausblick oder Sie schauen sich den Pusser’s Company Store an. Von hier aus wird die Royal Navy bereits seit über dreihundert Jahren mit Rum versorgt. Wer auch in der Hauptstadt eher Natur erleben möchte, flaniert durch die Botanischen Gärten, in denen künstlich erschaffene Wasserfälle und viele exotische Pflanzen eine traumhafte Landschaft bilden. Alternativ schaut man sich vielleicht Traumjachten statt Traumlandschaften am Hafen an. Rum und Zuckerrohr prägten Teile des Lebens auf Tortola auch abseits der Hauptstadt. Das belegen etwa die „Callwood Rum Distillery“ oder die ehemalige Zuckerfabrik „Josiah’s Bay Plantation“, die heute als Galerie, Shop und Restaurant dient.

Strandleben und andere Aktivitäten
Natürlich kann man auf den Britischen Jungferninseln auch einfach am Strand liegen und den Wellen lauschen oder ein bisschen Baden gehen. Jugendreisen Sommer sind hier besonders beliebt. Badefreunde merken sich Namen wie Brewer’s Bay, Long Bay, Apple Bay oder Cane Garden Bay, einen Strand, der auch Nachtschwärmern gefallen dürfte. Wassersportler und Hobbyfischer werden ebenfalls ihre Freude an den Inseln haben, wobei man sich fürs Fischen allerdings eine Erlaubnis holen muss. Wassersportler können beispielsweise surfen oder windsurfen oder sie mieten sich – entsprechende Erfahrungen vorausgesetzt – ein Boot und steuern die verschiedenen Inseln an. Immerhin stehen ja fast sechzig für einen Besuch zur Auswahl. Wer von Europa aus auf die Britischen Jungferninseln möchte, kommt meistens nicht mit dem Boot. Das muss er auch nicht: Schliesslich gibt es mit Anegada, Beef Island, North Sound Virgin, Virgin Gorda und West End SPB gleich fünf Flughäfen auf den Inseln.

Saint-Barthélemy (St. Barth) — Tummelplatz der Schönen und Reichen

Falls Sie Milliardär sind, befinden Sie sich auf Saint-Barthélemy (deutsch: St. Barth oder Sankt Bartholomäus) in bester Gesellschaft. St. Barth gilt als die Insel der Superreichen und Prominenten in der Karibik. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass auch Sie superreich sein müssen, um dieses französische Überseedepartement zu besuchen. Sehr viel Zeit müssen Sie hier nicht für Sightseeing einplanen: Die Insel ist nur etwa 21 Quadratkilometer gross und damit recht überschaubar. Allerdings hat sie durchaus ihre Reize. Zudem liegt die Nachbarinsel Saint Martin recht nah und auch Saint Kitts & Nevis, Sint Eustatius, Saba und Anguilla sind nicht allzu weit entfernt, sodass man eine gute Gelegenheit zum Inselhüpfen hat. 

Ein bisschen Geografie
St. Barth gehört zu den Niederländischen Antillen. Die Insel gilt als bergig, obwohl der höchste Punkt, der Morne Vitet, nur 283 Meter hoch ist. Aber die Insel besitzt einfach sehr wenig flaches Land, weshalb man ihr das Attribut „bergig“ zuschreibt. Hügelig würde vielleicht besser passen, zumindest, wenn man Schweizer Berge gewöhnt ist. Ursprünglich siedelte hier wie auf vielen karibischen Inseln das indigene Volk der Inselkariben. Später kamen französische Siedler, dann gehörte St. Barth eine Weile den Schweden, bevor es von den Franzosen zurückgekauft wurde. Hauptort der Insel ist Gustavia, dessen Name noch immer an die Schweden erinnert. Daneben existieren eine Handvoll Orte, die Namen wie etwa Columbier, Corossol, Grand Cul-de-Sac oder Grand Fond tragen. Robert de Niro soll sich ebenso bisweilen auf St. Barth die Zeit vertreiben wie etwa Mick Jagger oder Madonna. Daher könnte es durchaus passieren, dass der eine oder andere Restaurantbesuch auf St. Barth etwas teurer wird. Man ist hier halt auf Millionäre eingestellt. Wer das Portmonee nicht ganz so voll hat, sollte also etwas vorsichtig sein. Preiswertes Essen gibt’s auch. 

Strände, Wellness, Picknick
Strand und Badeurlaub auf St. Barth? Kein Problem. Es existiert eine ganze Reihe attraktiver Strände auf der Insel. Corossol Beach, Shell Beach, Flamands Beach und weitere Paradiese, an denen Meer auf Land trifft, laden den Badefreund ein, seine Badehose anzuziehen und die Sonne sowie das Wasser zu geniessen. Wer möchte, findet auch einen Strand, an dem er die Badehose einfach weglassen kann: FKK ist auf St. Barth an den richtigen Stellen weder verboten noch verpönt. Insgesamt gibt es hier etwa zwanzig Buchten mit Sandstränden. St. Barth gibt Ihnen Gelegenheit zum Tauchen und Schnorcheln, zum Wellenreiten und Surfen. Hier und da werden Wellness-Massagen angeboten und die Bucht bei Cul-de-Sac lädt ein zum Picknick. Nicht nur Superreiche und Prominente können auf St. Barth die Seele baumeln lassen. 

Der Hauptort und das Fischerdorf
Gustavia ist klein, weil zu kleinen Inseln wohl auch kleine Hauptorte gehören. Insbesondere um die Weihnachtszeit und zu Neujahr ist der Hafen von Luxusyachten bevölkert, weil sich der Jetset und die Prominenz dann besonders gerne auf St. Barth tummeln. Aber wie gesagt: Achten Sie insbesondere in dieser Zeit etwas auf die Preise. Gustavia besitzt hübsche Geschäfte, einen morgendlichen Fischmarkt, das Historische Museum der Insel und die Ruinen des Fort Gustave. Wer den kleinen Hügel zum Fort erklimmt, wird mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Nachleben gibt’s auch St. Barth auch, falls ein Karibikaufenthalt für Sie Party bedeutet. Einen Besuch wert ist daneben der pittoreske Fischerort Corossol mit seinen Holzhäuschen und den bunten Booten der Fischer. Hier wirkt das Leben auf St. Barth noch recht traditionell. Viele Frauen tragen nach wie vor traditionelle Trachtenhauben, während sie verschiedene Dinge aus Palmblättern flechten. Hier im Ort liegt auch das Muschelmuseum der Insel, das eins von weltweit nur zwei Muschelmuseen sein soll. Die Zahl der Exponate geht in die Tausende. 

Mehr kleinere und grössere Sehenswürdigkeiten
Auch Lorient gilt zu Recht als sehr natürlich wirkender und reizender Ort der Insel. In Saint-Jean erwartet Sie das Fremdenverkehrszentrum von St. Barth. Shops und Restaurants verführen hier dazu, Geld auszugeben, aber Vorsicht, wir schrieben es ja bereits und wir tun es nochmals: Wer nicht aufpasst, den kann St. Barth auch ganz schnell arm machen. Naturfreunde besuchen eventuell die Saline Bucht, die ehemals der Gewinnung von Salz diente und heute den Zugvögeln Schutz bietet. Wem St. Barth alleine zu klein für zwei, drei Wochen Urlaub ist, der besucht einfach mit dem Schiff Saint Martin und vielleicht unterwegs die felsige Insel Ile Fourchue. Hier leben wilde Ziegen zwischen den Kakteen, die der Trockenheit der Insel trotzen.

Der Flughafen von St. Barth
Der Flughafen der Insel heisst Flughafen Saint-Barthélemy (IATA-Code: SBH). Aufgrund seiner relativ kurzen Landebahn und der hügeligen Lage gilt die Landung als relativ schwierig. Aber keine Bange: Diesen Flughafen dürfen nur Piloten mit einer speziellen Lizenz anfliegen und die verstehen ihr Handwerk.

Antigua und Barbuda — Schwestern mit Traumstränden

„The beach is just the beginning“ ist der Slogan für Antigua und Barbuda auf der Website des Departments of Tourism. Dieser Slogan ist vielleicht wirklich notwendig: nicht, weil es ausser wunderschönen Stränden nichts auf Antigua und Barbuda gäbe, sondern weil es nach Angaben des Departments gleich 365 wunderschöne Strände gibt. Da kann es dann schon einmal passieren, dass man nur noch diese Strände im Blick hat. Wer sie während seines Karibikurlaubs dann doch einmal verlassen möchte, kann sich etwa für Ausflüge in den Regenwald, für Katamaran- oder Jeeptouren, kulinarische Genüsse oder karibische Livemusik entscheiden.

Ein paar Daten
Seit 1981 bilden die beiden Inseln Antigua und Barbuda gemeinsam einen unabhängigen Staat im Commonwealth of Nations. Dritter im Bunde ist die unbewohnte Insel Redonda. Alle drei Inseln sind insgesamt 442,6 Quadratkilometer gross und gehören als Inselstaat zum nördlichen Teil der Kleinen Antillen und damit zu den Inseln über dem Winde. Auf Antigua und Barbuda leben knapp über 69.000 Einwohner (Stand: 2006), die meisten davon auf Antigua. Barbuda ist nur Heimat von etwa 1.500 Menschen. Amtssprache des Inselstaates ist Englisch und die Bevölkerung ist zu über neunzig Prozent schwarzafrikanischen Ursprungs. Das tropische Klima auf den Inseln sorgt für Temperaturen, die zwischen etwa 22 und dreissig Grad liegen. Gebirgig sind die Inseln nicht: Höchster Punkt auf Antigua ist der 402 Meter hohe Boggy Peak. Auf Barbuda erreicht der höchste Punkt nur knapp vierzig Meter.

Herrliche Strände, üppige Natur
Die Küste Antiguas ist reizvoll für alle Freunde des Meeres; die vielen Strände und Buchten gefallen Badefreunden ebenso wie Müssiggängern, die hier einfach den Blick auf das Türkis des Wassers und die Palmen geniessen. Traumhafte Strände erwarten Sie auch auf Barbuda. Sie haben also tatsächlich freie Auswahl bei den Plätzen, an denen Sie Nähe zum Meer erleben möchten. Im Südwesten von Antigua erwartet Sie der Regenwald. Zahlreiche tropische Bäume und Blumen buhlen hier um Ihre Aufmerksamkeit. Wer den Regenwald erleben möchte, kann ihn beispielsweise bei einer Fahrt über die Ringstrasse Fig Tree Drive erleben. Zu den Naturschutzgebieten auf Antigua gehört Indian Town mit der Devil’s Bridge, einer natürlich geformten Felsenbrücke. Zahlreiche Vogelarten leben auf der Insel und machen sie zu einem kleinen Paradies für Vogelkundler. Barbuda — Antiguas Schwesterinsel — bietet neben den herrlichen Stränden ebenfalls viel Wald im Inselinneren. Auch hier leben zahlreiche Vögel, daneben beispielsweise Wildschweine sowie Damwild.

Antiguas britische Vergangenheit
Schaut man auf die Kultur des Landes, trifft man auf Antigua und Barbuda auf britische Vergangenheit. Eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt St. John’s auf Antigua ist die Kathedrale „St. John The Divine“. Als die Kirche 1683 erbaut wurde, bestand sie noch aus Holz. Etwa sechzig Jahre später baute man sie jedoch aus Stein neu auf. Als die Kirche dann durch ein Erdbeben zerstört wurde, begann 1845 der Bau der heutigen Kathedrale. Spuren der Engländer finden Sie auch im Nationalmuseum, das im ehemaligen Gerichtsgebäude von St. John’s untergebracht ist. Und man findet sie beispielsweise an zwei weiteren Stellen: in der Festung Fort James und in Nelson’s Dockyard. Der Naturhafen war einst wichtige Bastion der Briten in der Karibik. Heute dient er als Yachthafen und als Freilichtmuseum. In der Nähe von Nelson’s Dockyard liegt zudem Shirley Heights, eine weitere ehemalige Festung der Briten auf Antigua. Auch eine Sehenswürdigkeit auf Antigua ist „Betty’s Hope“, eine Windmühle zum Mahlen von Zucker, die mittlerweile ein Museum ist.

Es sind natürlich nicht die Spuren der Briten allein, die die Kultur des heutigen Antigua und Barbuda ausmachen. Die Megalithen am Greencastle Hill zeugen von uralten religiösen Handlungen. Und die Gegenwart des Inselstaates mischt die britische Vergangenheit mit heutigem karibischem Flair. Deutlich wird das etwa am bereits erwähnten Shirley Heights. Hier veranstalten die Inselbewohner regelmässig ihre Barbecues, während Steelbands sie mit Musik versorgen. Touristen sind willkommen. Karibische Musik erleben Sie auch beim karibischen Karneval auf Antigua und Barbuda im Juli/August des Jahres, während das Antigua Classic Yacht Festival im April Ihnen den Blick auf zahlreiche wunderschöne Schiffe gönnt. Reich ist die Auswahl der Früchte, die auf Antigua und Barbuda wachsen: Zu ihnen gehören Mangos, die Brotfrucht oder Papayas. Sie sind natürlich ein Teil der Küche dieser Inselwelt. Daneben gehören Fisch und Hummer zu den Spezialitäten des Landes. Aber vielleicht probieren Sie auch die einheimischen Hammel- oder Ziegeneintöpfe oder den Hähnchenschmortopf?

Der Flughafen
Vere C. Bird International Airport heisst der Flughafen von Antigua und Barbuda. Er ist Heimat der Carribean Airlines und liegt etwa acht Kilometer von St. John’s entfernt. Von hier aus starten und landen auch Maschinen aus Nordamerika und Europa.

Kaimaninseln — ein paradiesischer (Tauch-) Finanzplatz

Wussten Sie, dass sich einer der grössten Finanzplätze der Welt in der Karibik befindet? In George Town, der Hauptstadt der Kaimaninseln, sind fast alle internationalen Banken vertreten. Daneben gelten die Kaimaninseln als Taucherparadies, deren Tauchreviere zu den schönsten der Karibik zählen und weltweit bei Tauchern bekannt sind. Das sind dann bereits zwei Gründe, die die Kaimaninseln zu etwas Besonderem machen. Schauen wir, ob es noch weitere gibt. 

Geographie-Daten, Tauchgründe und Strandleben
Die etwa 350 Kilometer von Kuba entfernten Kaimaninseln Grand Cayman, Little Cayman und Cayman Brac gehören bis heute als Überseegebiet zum Vereinigten Königreich. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass Englisch die offizielle Amtssprache auf den Inseln ist. Grösste dieser Inseln ist Grand Cayman mit etwa 197 Quadratkilometern, wobei die Gesamtfläche aller drei Inseln 262 Quadratkilometer beträgt. Nach CIA World Factbook 2009 leben etwas über 49.000 Einwohner auf den Kaimaninseln, die meisten davon in der Hauptstadt George Town. Hohe Berge haben die Kaimaninseln nicht zu bieten: Die höchste Erhebung „The Bluff“ auf der Insel Cayman Brac ist nicht einmal fünfzig Meter hoch. Im Meer vor den Inseln geht es dafür umso tiefer. Mit dem steil abfallenden und etwa 7.680 Meter tiefen Cayman Graben befindet sich eine der tiefsten Stellen der Meere weltweit in der Karibik. In den Cayman Graben sollte man allerdings nur als besonders erfahrener Taucher abtauchen. Wer noch Erfahrungen zu sammeln hat, kann sich für viele andere reizvolle Tauchplätze entscheiden. Vom Seven Mile Beach aus geht es beispielsweise teils nur zweihundert Meter ins Meer hinein, bevor man die ersten schönen Tauchgründe erreicht. Seven Mile Beach ist auch ein sehr gutes Ziel für diejenigen, die einfach am Strand liegen und zum Baden ins Wasser möchten. Weitere Strände zum Baden sind beispielsweise Public Beach und West Bay Public Beach. Eine Reihe von Nachtclubs auf Grand Cayman sorgt dafür, dass auch Nachtschwärmer hier ihren Spass haben. Unvergleichlich sind die Korallenriffe vor den Kaimaninseln. Die Unterwasserwelt vor Cayman Brac hält noch ein besonderes Erlebnis für Taucher bereit: Hier liegt ein 1996 gesunkenes russisches Kriegsschiff mit vier Deckkanonen, das sich betauchen lässt.   

Schildkröten, Vogelschwärme und halbzahme Stachelrochen
Grosse Fischschwärme durchziehen das Wasser vor den Küsten der Inseln, Taucher treffen teils auch auf seltene Arten wie die Fächerfische. Namensgeber der Kaimaninseln sind dagegen Landtiere: Echsen, die die Entdecker der Insel einst für eine Art von Krokodilen gehalten haben. Einst lebten die Kaimaninseln vor allem vom Export von Muscheln und Schildkröten. Das hat sich — Gott sei Dank — gewandelt. Die Meeresschildkröten sind heute eher seltene Gäste auf den Kaimaninseln. Allerdings gibt es mit der Turtle Farm am Boatswain’s Beach ein Programm, um die Population dieser Tiere wieder zu stärken. Einmal pro Jahr wird vielen Schildkröten aus der Farm die Freiheit geschenkt, damit sie zu wild lebenden Bewohnern der Inseln werden. Eine besondere Begegnung mit Meerestieren bietet auch die Sandbank „Stingray City“: Hier trifft man auf viele Stachelrochen, die an den Menschen gewöhnt sind und sich auch füttern lassen. Die Natur der Inseln hat aber auch abseits der Begegnung mit Tieren einiges zu bieten. Zu den Naturattraktionen der Kaimaninseln gehören etwa die Pirates Caves. Diese unterirdischen Höhlen dienten einst als Versteck für Freibeuter der Karibik. Die beiden kleineren Kaimaninseln sind weitaus weniger bewohnt als Grand Cayman: Sie sind deshalb ursprünglicher und weniger vom Menschen geprägt, wodurch sie ein besonderes Naturerleben ermöglichen. So führen zahlreiche Wanderwege über die Insel Cayman Brac, auf der fast zweihundert Vogelarten weitgehend ungestört leben. 

George Town
Die mit Abstand grösste Stadt der Kaimaninseln ist die Hauptstadt George Town auf Grand Cayman. Hier leben die meisten Menschen der Inseln. Hier stehen auch die Filialen der meisten international tätigen Banken. Und hier locken Museen zum Blick auf die Inselgeschichte, Glockenturm und Gerichtsgebäude zum Sightseeing. George Town ist aber auch ein gutes Reiseziel für all diejenigen, die zollfrei einkaufen möchten. Eine kulinarische Spezialität, die Sie hier versuchen sollten, ist der Rumkuchen, der von den Kaimaninseln aus mittlerweile in viele Länder exportiert wird. 

Flughäfen
Die drei Kaimaninseln besitzen jeweils einen eigenen Flughafen; allerdings dient keiner dieser Flughäfen für internationale Flüge. Sie werden also mit Umwegen fliegen müssen, um die Kaimaninseln zu erreichen.

St. Kitts und Nevis — kleine Ex-Briten mit viel Karibik-Feeling

Die Inseln St Kitts und Nevis sind Teil der Kleinen Antillen und werden fast immer in einem Atemzug genannt; das liegt einerseits daran, dass sie so dicht nebeneinander liegen: Nur ein drei Kilometer breiter Kanal trennt die beiden voneinander. Andererseits bilden beide Inseln gemeinsam den Staat St Kitts und Nevis, der seit 1983 unabhängiger Teil im britischen Commonwealth of Nations ist. Obwohl etwa US-Amerikaner ganz gerne als Touristen hierhin kommen, hat der Massentourismus die beiden Inseln noch nicht so sehr wie manch andere Inseln erreicht. Daher hat man gute Chancen, auf St Kitts und Nevis noch auf ein sehr authentisches Stück Karibik zu treffen. Wenn etwa irgendwo der Calypso erklingt, kann es gut sein, dass es KEINE Veranstaltung extra für Touristen ist.

Etwas Geografie zu Beginn
Sonderlich gross ist „St Kitts und Nevis“ nicht: St Kitts umfasst etwa 176 Quadratkilometer und das insgesamt beschaulichere Nevis trägt nochmals 93 Quadratkilometer zur Gesamtgrösse des Staates bei. Insgesamt leben etwa 40.100 Menschen im Land. Hauptstadt von St Kitts und Nevis ist die Stadt Baseterre mit knapp 13.000 Einwohnern. Die Orte Charlestown und Saint Paul’s bringen es nur noch auf etwa 1.500 beziehungsweise 1.200 Einwohner. Alle anderen Orte auf den Inseln liegen knapp oder sehr deutlich unterhalb von Tausend Bewohnern. Nachbarinseln von St Kitts und Nevis sind Antigua und Barbuda im Osten sowie Montserrat im Südosten. Drei Vulkangruppen prägen St Kitts und teils tiefe Schluchten trennen diese vulkanische Bergwelten voneinander. Im Inselinneren wachsen Regenwälder. In höheren Lagen trifft man auf Buschland. Neben der ursprünglichen Natur gibt es bis heute Zuckerrohrfelder und Obstplantagen. Beides hat noch immer Bedeutung für die Wirtschaft des Landes. Die kleinere Insel Nevis besticht durch ihre weissen Sandstrände und lädt Badefreunde für eine paar ausgesprochen relaxte Stunden Erholung ein.

St Kitts und Nevis erleben
Als Tourist spaziert man eventuell auf St Kitts und Nevis an Lagunen entlang oder sieht den braunen Pelikanen auf Nevis beim Fischen zu. Wer mehr auf Abenteuerliches steht, nutzt im Regenwald Tragseile und gleitet auf einem Sitz über Schluchten und Flüsse. Auf St Kitts wird das als Adventuretrip angeboten und bietet herrliche Ausblicke auf den Regenwald sowie bei einer Geschwindigkeit von teils achtzig Kilometer pro Stunde auch eine gehörige Portion Nervenkitzel. Ein ganz besonderes, wenngleich ruhigeres Erlebnis als das Regenwald-Adventure ist die Fahrt mit der so genannten Scenic Railway. Die Bahn führt Touristen auf einer Rundtour von etwa 20 Kilometern über die Insel St Kitts. Weitere neunzehn Kilometer dieser Tour werden mit dem Bus zurückgelegt. An Bord ist ein männlicher oder weiblicher Reisebegleiter, der viele interessante Dinge über die Insel zu erzählen weiss. Doch auch ohne die spannenden Geschichten wäre die Fahrt etwas, was man nicht versäumen sollte: Die Blicke aus dem Aussichtswagon der Bahn auf die umgebende Landschaft und das Meer können nämlich auch ohne begleitende Worte begeistern. St Kitts und Nevis bieten Aktivitäten für die unterschiedlichsten Geschmäcker: Natürlich kommen Taucher, Schnorchler und Badefreunde auf ihre Kosten. Die Strände auf St Kitts und Nevis tragen beispielsweise Namen wie Turtle Bay, Frigate oder Friars Bay und sind allesamt schön. Aber der Inselstaat gefällt beispielsweise auch Golfern, Tennisspielern, Reitern, Seglern und Kricketfans. Feinschmecker probieren vielleicht Langusten und Krebse, die hier ebenso oft serviert werden wie etwa Spanferkel oder aber Hammelgerichte. Und dann gibt’s noch CSR: CSR ist ein einheimischer Zuckerrohrschnaps, der zur kulinarischen Entdeckungstour auf St Kitts und Nevis einfach dazugehört.

St Kitts und Nevis sehen
Die Hauptstadt Basseterre ist in Teilen bis heute vom Stil der einstigen britischen Kolonialherren geprägt. Im National Heritage Museum bietet sie Touristen einen anschaulichen Eindruck von der Geschichte der Inseln. Basseterre präsentiert sich vielerorts als lebendige Kleinstadt. Romney Manor befindet sich ein Stück weit von der Hauptstadt entfernt. Die ehemalige Plantage dient heute dazu, ihren Gästen einen Eindruck vom ehemaligen Leben auf den Plantagen zu geben. Zu Romney Manor gehören reizvolle Botanische Gärten mit variantenreicher Flora. Nahe gelegen, liegt die restaurierte Festung Brimstone Hill Fortress, die seit 1999 Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist. Charlestown heisst der beschauliche Hauptort der Insel Nevis. Hier gibt es ebenfalls eine ganze Reihe britischer Kolonialbauten und hier liegt auch das Geburtshaus von Alexander Hamilton, der einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika gewesen ist. Wer als Tourist Lust aufs Feiern verspürt, besucht die Bars oder Open Air Discos auf „The Stripe“ am Strand Frigate Bay. Bei sternenklarer Karibiknacht macht das Feiern nochmals so viel Spass.

Flughäfen
Flughäfen liegen sowohl auch St Kitts als auch auf Nevis: der St. Kitts (SKB) (Bradshaw) sowie der Newcastle Airfield (NEV).